Das Chaos mit der Ordnung...

...der Schreibtisch

Ich bin nicht sicher, ob man mit Ordnungssinn geboren sein kann. Eins steht fest: ich bin es nicht.

Ordnung war lange Zeit für mich etwas, was ich nicht einsehen, nachempfinden oder als annähernd sinnvoll betrachten konnte. 

Statt mein Zimmer aufzuräumen, habe ich sogar mehrere Stunden darauf verwendet, ein detailliertes Unordnungs-Bild zu malen, unter dem stand "Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen!".

Die innere Wandlung kam, als ich selbst Mutter wurde und das Chaos mit zwei Kindern und diversen Haustieren einigermaßen in den Griff bekommen wollte. Vorher konnte ich bereits super andernorts aufräumen. Klar, woanders ist es immer einfacher, denn: an all dem Krempel der rumliegt, hängt die eigene Emotion nicht dran.

 

Mittlerweile ist es so, dass ich Ordnung nicht mehr als Schikane meiner Eltern betrachte, sondern dass ich täglich erkenne, dass eine gewisse Struktur das Leben erleichtert. Und das finde ich so klasse, dass ich Ordnung und Struktur zu meinem Beruf gemacht habe.

 

Was kann man also tun, um das alltägliche Chaos in den Griff zu bekommen?

Die gute Nachricht: bei den meisten Menschen ist es so, dass sie nicht in jedem Bereich ihres Lebens kreativ-Horting betreiben. Meist betrifft es entweder den häuslichen Bereich, oder den Arbeitsplatz. Doof ist, wenn beides an der gleichen Adresse ist, aber nur die Ruhe, das bekommen wir hin!

 

Chaos kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet, a) völliges Durcheinander. Aber, jetzt kommt die gute Nachricht: auch b) den Gegenbegriff zu Kosmos, dem griechischen Begriff für die (Welt-)Ordnung oder das geordnete Universum. 

Da ich Griechenland liebe, habe ich sofort wunderschöne Landschaften, freundliche Griechen und leckeres Essen im Kopf. Also: erstmal einen guten Kaffee kochen. Lieblingstasse damit füllen und mit ein paar Schritten Abstand den Ort des Geschehens betrachten. Wir kommen mit Schritt ??? übrigens nochmal auf Griechenland zurück...

 

Kümmern wir uns heute um den Kosmos Schreibtisch.

Erkennt man noch die Tischplatte? Und falls ja, wie hoch liegt der Staub drauf? Sieht man Ränder von Kaffeetassen?

 

Hier also ein paar Tipps, wie man am besten vorgeht:

 

Tipp 1: Erstmal alles runter räumen.

 

Tipp 2: Tischplatte sauber machen. Das allein gibt schon mal ein gutes Gefühl.

 

Tipp 3: Was muss auf jeden Fall auf dem Tisch stehen? PC? Tastatur? Maus? Telefon/Handy? Alles klar, wieder drauf damit. Aber: auch das vorher sauber machen.

 

Tipp 4: Gibt es einen Utensilo für Stifte und sonstiges Büromaterial, das man schnell zur Hand haben möchte? Auch das alles - war klar, oder? - erstmal sauber machen. Man glaubt gar nicht, wo Staub überall sein kann. Staub ist nicht nur ein Gestalt- sondern auch Farbwandler. Egal was man macht, Staub hat immer die exakt andere Farbe zum Untergrund. Aber zurück zum Thema: es sammelt sich einiges an im Lauf der Zeit.

 

Tipp 5: Bitte überprüfen, ob wirklich jeder Stift funktioniert, nur behalten was nicht kaputt ist und - ganz wichtig - womit man wirklich gern arbeitet. Den Rest weiterreichen oder entsorgen.

 

Tipp 6: Für alle anstehenden Aufgaben empfehle ich transparente Ablagekästen. Transparent, weil man wirklich deutlich sieht, wieviel drin liegt. Außerdem wirkt es im Raum leichter und passt immer zur restlichen Einrichtung. Aber natürlich kann man die Kästen auch passend zum eigenen Priorisierungs-System farblich anpassen: Dann bekommen Prio A, B und C je eine eigene Farbe.

Alle Dokumente, Blätter, Zettel, Notizen durchsehen und in einen der Kästen legen. Auf diese Weise hat man gleich nochmal einen Überblick im Kopf, was wirklich alles auf Erledigung wartet. 

 

Tipp 7: Gibt es einen Extrakasten für Ablage? Ich rate mal: er ist randvoll oder hat bereits Geschwister bekommen? Dann ist JETZT der richtige Zeitpunkt, diesen Kasten aufzulösen und alle Dokumente einzuordnen und abzuheften. Ablage machen ist vergleichbar mit Unkraut zupfen: man mag nie anfangen und schiebt es auf so lang es geht. Wenn man aber mal begonnen hat und alles fertig ist, gibt es kaum etwas, was befriedigender ist.

 

Tipp 8: Was gehört noch auf den Schreibtisch? Checken Sie, ob da noch etwas ist, was unbedingt in Griffnähe sein muss. Auch hier: erstmal entstauben.

Für alles andere gilt: weg damit. Entweder ins Regal bzw. den Schrank sortieren, in Rollcontainer geordnet oder entsorgt.

Denn der Anteil der sichtbaren Schreibtischplatte sollte immer über 50% liegen.

 

Jetzt kommen wir nochmal wie eingangs erwähnt auf Griechenland zurück:

Es ist Zeit für eine Belohnung. Gehen Sie was Leckeres beim Griechen um die Ecke essen und entspannen Sie sich nach mehreren Stunden intensiven Aufräumens und Entsorgens. Vielleicht haben Sie ja gleich Rollcontainer oder Regale etc. mit aufgeräumt? Gönnen Sie sich in diesem Fall eine Vorspeise.

 

Morgen setzen Sie sich mit deutlich mehr Freude und Elan an Ihren Arbeitsplatz. Garantiert! 

 

Ihre Susa Riesinger ;-)